High-tech aus der Natur

Hightech der Natur

In der Montado-Region in Portugal wächst ein ganz besonderer Baum: Die Korkeiche. Auf 750.000 Hektar findet diese Baumart den optimalen Lebensraum, der der Korkeiche eine Lebensdauer von über 200 Jahren ermöglicht. Besonders wertvoll ist ihre Rinde, denn sie liefert den Rohstoff für den Korkboden. Damit aus dem Naturprodukt ein moderner Bodenbelag werden kann, braucht es viel Geduld, langjährige Erfahrung und hochwertige Technik.

Traditionelles Handwerk

Mindestens 25 Jahre alt ist eine Korkeiche, wenn sie zum ersten Mal geschält wird. Das muss ganz vorsichtig geschehen, damit der Stamm nicht beschädigt wird. Das Wissen und die Handgriffe, die dazu benötigt werden, geben die portugiesischen Korkbauern seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weiter. Ist der Baum von seiner Rinde befreit, bekommt er neun Jahre Zeit, um erneut eine erntefähige Korkschicht zu bilden. Die Korkeichenwälder sind Heimat für unzählige, zum Teil bedrohte Tier- und Pflanzenarten und binden 14 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Dies und noch viel mehr macht Kork zu einem der nachhaltigsten natürlichen Rohstoffe der Welt.

Reifung und Verarbeitung

Bevor aus dem Rohmaterial ein einzigartiger Kork-Fußboden werden kann, steht zunächst eine Ruhephase an: Sechs Monate lang trocknet die Kork-Rinde, um sich zu stabilisieren. Anschließend wird sie in der Fabrik gekocht, um ihr die Gerbstoffe zu entziehen und sie geschmeidiger zu machen. Nach dem Kochen kommen die Kork-Rindenplatten schließlich in dunkle Lagerräume mit einer bestimmten Luftfeuchtigkeit, um erneut über einige Wochen zu trocknen und zu reifen.

Jetzt können die Korkplanken endlich zu Bodendielen weiterverarbeitet werden. Ein aus Korkstücken erzeugtes Granulat wird mit Bindemitteln vermischt und unter Hitze und starkem Druck zu einem Block verpresst. Als Basis für den späteren Korkfußboden dient eine Trägerplatte aus natürlichen Holzfasern, die mit den Kanten für das praktische Klicksystem versehen ist. Auf diese stabile Grundlage wird nun eine zuvor aus Korkblöcken geschnittene Matte als Deckschicht geklebt. Sie ist mindestens 2,5 Millimeter dick und sorgt dafür, dass der Korkboden so angenehm elastisch und fußwarm ist. Eine spezielle Versiegelung schützt den Boden vor Schmutz, Staub und Verschleiß.

Eva Brenner: Bis es Click macht!

Bis es zu Hause klick macht

Das alles macht Kork zum unschlagbaren Bodenbelag für jeden Raum der Wohnung. Zu Korkfertigparkett weiterverarbeitet endet die Reise der Rinde als Wohlfühlboden in einem Wohn-, Kinder- oder Schlafzimmer. Doch auch immer mehr kommerzielle Einsatzgebiete erschließen sich für Korkfußböden: in Boutiquen der Fußgängerzonen, in Empfangsräumen von Hotels und Konzernzentralen oder in Bauwerken des Weltkulturerbes wie der Sagrada Familia im spanischen Barcelona.

Dank ausgereifter Technik lässt Korkboden auch in Sachen Design keine Wünsche offen. Dafür sorgen innovative Fertigungsverfahren, wie der Digitaldruck, die eine Vielfalt an Farben, Strukturen und Oberflächen ermöglichen. Von Naturkork über Böden mit Holzoptik bis hin zum Natursteinlook – alles ist möglich. Und so ist aus dem jahrhundertealten Rohstoff aus der Natur ein modernes Wohnprodukt geworden, das Tradition, Innovation und Design perfekt verbindet.

Hightech der Natur

Ein echtes Hightech-Produkt aus der Natur mit zahlreichen wertvollen Eigenschaften ist Kork ohnehin. Ein Kubikzentimeter Kork besteht aus bis zu 40 Millionen Zellen, die ein Luft-Gasgemisch enthalten. Diese Luftfüllung sorgt dafür, dass Kork so leicht und elastisch und gleichzeitig so robust und langlebig ist. Und egal in welchem Zimmer: Kork schafft ein angenehmes Raumklima und gibt nackten Füßen ein wohlig warmes Gefühl. Darüber hinaus wirken die wabenförmige Struktur des Materials und die darin eingeschlossene Luft wärmeisolierend und schalldämmend. Dank der harzähnlichen Substanz „Suberin“ können auch Feuchtigkeit und Feuer Kork nichts anhaben.

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